Land Rover Experience Center 2
Land Rover Experience Center in Wülfrath.

Land Rover Experience Center

Das Land Rover Experience Center (LEC) in Wülfrath bei Düsseldorf gilt als größter Offroad-Abenteuerspielplatz Deutschlands und ist seit mehr als 25 Jahren in Betrieb. Im vergangenen Jahr entstand unweit des alten Standorts ein neues, größeres Areal, auf dem alle Modellreihen der britischen Offroad-Ikone wie nirgendwo sonst in Europa in freier Wildbahn erprobt und erlebt werden können. „Wir bringen alle Offroad-Fans zurück in die Natur“, sagt Geschäftsführer und Expeditionslegende Dag Rogge bei der offiziellen Neueröffnung.

1996 errichtete der umtriebige Geländewagenspezialist, der in den vergangenen Jahren mit seinem Team auch die legendären Land Rover Experience-Touren durch Afrika, Asien, Australien und Südamerika organisierte, das erste permanente Offroad-Center in einem stillgelegten Kalksteinbruch nahe Düsseldorf.

Land Rover Experience Center in Wülfrath.
Land Rover Experience Center in Wülfrath.

Vier Jahre später wurde es offiziell als Land Rover Experience Center zertifiziert. Knapp 100.000 Fahrerinnen und Fahrer erlebten hier seitdem hautnah auf abenteuerlichen Abfahrten, in Schräglagen, bei Wasserdurchfahrten und anderen Herausforderungen das kleine – und große – Einmaleins des Geländewagenfahrens.

Irgendwann wollte Steinbruchbetreiber Lhoist Rheinkalk dort allerings doch wieder Steine abbauen, bot aber zugleich ein neues, höher gelegenes Areal auf der anderen Seit des angrenzenden Steinbruchsees an. „Die wollten uns nicht verlieren und zusammen haben wir dann die Genehmigung beantragt“, erzählt Dag.

Statt der bisherigen zwölf stehen nun knapp 17 Hektar zur Verfügung, was in etwa 22 Fußballfeldern entspricht. In ganz Europa gibt es kein größeres Land Rover Experience Center. Auf der insgesamt 5,6 Kilometer langen Strecke durchs Gelände warten aktuell 25 Hindernisse, und weitere sollen folgen.

Alle sind zum größten Teil natürlichen Ursprungs oder nachträglich errichtet und behutsam in die Natur eingebettet. „Dabei haben wir darauf geachtet, dass wir den Boden so gut wie nie berühren“, sagt Dag Rogge. Soll heißen: Alle Hindernisse liegen auf einem Geo-Textil und Kalksteinschotter aus dem angrenzenden Steinbruch und grenzen sich mit stabilisierenden Rasengittersteinen sauber gegenüber der Umgebung ab.

Land Rover Experience Center in Wülfrath.
Land Rover Experience Center in Wülfrath.

Diese Konstruktion verschont – anders als bei rein naturbelassenen Hindernissen – den Untergrund vor dauerhaften Einträgen, Spurrinnen oder Auswaschungen, selbst wenn tagtäglich hunderte Geländewagen drüberfahren. Und: „Sollten wir irgendwann beschließen, hier wieder raus zu gehen, könnten wir alles zurückbauen.“ Und den Rest erledigt die Natur.

Was vermutlich nicht ganz so einfach wäre. Immerhin wurden 9500 Tonnen Schotter ausgebracht, 9600 Quadratmeter Vlies, 2000 Quadratmeter Rasengittersteine sowie rund 600 Steinknäpper verbaut. Und weil ein Land Rover auf jedem Untergrund brillieren soll, kamen auch noch 86 Tonnen Sand hinzu, was einem 1,2 Kilometer langen und zehn Meter breiten Strand gleich kommt.

Aus all diesen Zutaten entstand ein Geländeparcours, bei dem es einigen wenn nicht den Atem, dann doch immerhin die Sprache verschlägt und sie nur noch konzentriert damit beschäftigt sind, das Hindernis zu meistern.

Etwa bei einer der vier Schrägfahrten bis 30 Grad, bei denen sich der Fahrer in extremer Schieflage am Lenkrad festhalten muss, um nicht zum Beifahrer zu rutschen, der derweil durchs offene Seitenfenster das Gras rupfen kann.

Oder beim zentimetergenauen Einfädeln über eine Baumstammbrücke, im Waten durch ein 35 Meter langes und bis zu 90 Zentimeter tiefes Wasserbecken, beim positiven und negativen Verschränken der Achsen und Räder oder bei einer der vielen „Himmelfahrten“, wo an der steilen Hangauffahrt der Blick ins Blaue geht, ohne zu wissen, was hinter dem Kipppunkt kommt. Die Mutprobe schlechthin jedoch ist der Steilhang, bei dem es wie auf einer Skischanze mit bis zu schwindelerregenden 92 Prozent abwärts geht. Nichts für schwache Nerven.

Land Rover Experience Center in Wülfrath.
Land Rover Experience Center in Wülfrath.

Dafür jedoch für (nahezu) jeden Land Rover. Mit stoischer Gelassenheit – und jeder Menge auf Knopfdruck aktivierbarer elektronischer Offroad-Technologie – meistern sowohl die neu aufgelegte Geländewagen-Ikone Defender wie auch das Trekking-Urgestein Discovery und ebenso das neue Luxus-SUV Range Rover all diese Übungen mit ebenso spielerischer wie vertrauensbildenden Gelassenheit.

Ein Jammer, dass diese verblüffenden Fähigkeiten im Alltag so gut wie nie zum Zuge kommen. Allein das Lifestyle-SUV Range Rove Evoque muss wegen der fehlenden Geländeuntersetzung und Bodenfreiheit hie und da die entschärfte Umleitung nehmen.

So unterschiedlich die Schwierigkeitsgrade, so weit gespannt ist auch das Angebot an Trainings, Kursen und Erlebnistagen im Land Rover Experience Center. Einen Einstieg in das Erlebnis Offroad geben das Fahrtraining „4×4 Fun“ oder der „Afterwork Drive“ nach Feierabend, während man in den Fahrtrainings der Level 1 und 2 sowie in den Spezialisten-Trainings seine bereits vorhandenen Fahrkünste vertiefen und perfektionieren kann.

Aber auch Gruppen-Events mit Freunden oder Kollegen, zum Beispiel Team-Erlebnistage oder B2B-Firmenevents, sind möglich. Selbst an den 4×4-Nachwuchs hat Dag Rogge gedacht. Auf dem abgesperrten Gelände dürfen beim Kids Drive auch Kinder und Jugendliche im Alter von Elf- bis 17-jährige ans Steuer und mit den Landys über Stock und Stein klettern – selbstverständlich in Fahrzeugen mit Doppelbedienung und speziell geschulten Instruktoren auf dem Beifahrersitz.

Land Rover Experience Center in Wülfrath.
Land Rover Experience Center in Wülfrath.

Die Hindernisse werden dabei nach dem Können und Alter der Kinder gefahren, fährt doch eine 17-Jährige in der Regel besser als ein Elfjähriger – von Ausnahmen abgesehen. „Wenn da ein elfjährigiger Landwirtsohn dabei ist, kannste den auch gleich als Instruktor einstellen“, sagt Dag Rogge lachend, „Der weiß, wie ein Allrad funktioniert und hat auch keine Angst.“

Und weil im Instagram-Zeitalter nichts mehr zählt, was nicht (mit)geteilt werden kann, bietet das LRC nun auch die Möglichkeit, sein Offroad-Erlebnis in einem personalisiertem Video festzuhalten und mit nach Hause zu nehmen.

Dafür wurden an verschiedenen Stellen des Geländes spezielle Kameras platziert, die autark funktionieren und via Künstlicher Intelligenz die Fahrt in Szene setzen. Mit weiteren Kameras in den Fahrzeuginnenräumen und vorab gedrehtem Material wird alles zu einem individuell gestalteten Film zusammengefügt, den die Gäste als digitales Souvenir schon kurz nach der Fahrt erhalten.

Neben den Fahrtrainings und weiteren Events gehen nach der Corona-Pause aber auch die Land Rover Experience-Erlebnisreisen wieder los. 2023 stehen Touren nach Namibia, Botswana, Okavango-Delta, Victoria-Fälle, Island sowie tägliche Veranstaltungen auf Kreta auf dem Programm.

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Immer in kleinen Gruppen auf bis zu zehn Personen beschränkt und mit umfassend ausgestatteten Land Rover-Modellen. Auch an die elektrifizierte Zukunft denkt Dag Rogge. Bis Land Rover sein erstes reines Elektromodell vorstellt, ist es nur eine Frage der Zeit. „Ich persönlich freue mich darauf, durch Afrika mit einem Vollelektrischen zu fahren – und der Löwe erschrickt, wenn Du plötzlich hinter ihm stehst. Da wird das Wildlife-Erlebnis noch viel intensiver.“ (we/Frank Wald/cen)(Fotos: Autoren-Union Mobilität/Land Rover)