Lada 4x4 Urban 5-Türer

Fahrbericht Lada 4×4 Urban 5-Türer

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Auf den Lada 4×4 Urban 5-Türer haben seine Fans schon lange gewartet: Lada bringt nun endlich auch die Langversion seines Geländewagenklassikers 4×4 mit zwei Fondtüren nach Deutschland. Das Modell gibt es immerhin schon seit über 20 Jahren – nur die Typengenehmigung hierzulande nicht.

Zugegeben, weil man seit vier Jahrzehnten auf unseren Straßen nur den Dreitürer kennt, wirkt der gestreckte Niva (wie er aus rechtlichen Gründen offiziell nicht mehr heißen darf) gewöhnungsbedürftig bis sehr eigenartig. Das gilt umso mehr, da die zusätzlichen Zentimeter des Lada 4×4 Urban 5-Türer offensichtlich nach altbewährter Methode herausgeschlagen wurden.

Man trenne das Fahrzeug in der Mitte, füge ein Zwischenstück ein und füge alles wieder zusammen. Diesen Schluss lässt die leichte Erhebung des Dachs in der Fahrzeugmitte zu.

4,24 Meter bedeuten einen Längenzuwachs von einem stolzen halben Meter. Dass der sich nicht allein auf die Beinfreiheit beschränken dürfte, sollte einleuchten. Und tatsächlich bietet die L-Version auch einen deutlich größeren Kofferraum (was der Theorie von der simplen Streckung in der Fahrzeugmitte widerspricht).

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Mit 424 Litern Normalmaß schluckt der Lada 4×4 Urban 5-Türer rund 160 Liter mehr als der Dreitürer. Der Preisaufschlag liegt abhängig von der Ausstattung zwischen 1900 und 2300 Euro.

Es spricht für Lada, dass es auch den Fünftürer nicht nur in der Basisversion, sondern auch in der etwas aufgehübschten Ausstattungsversion Urban (plus 1300 Euro) gibt.

So finden sich zumindest kleinere Annehmlichkeiten wie vordere Sitzheizung, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel und Leichtmetalfelgen. Der in Wagenfarbe lackierte und leicht geänderte vordere Stoßfänger des Urban ist hingegen Geschmackssache.

Natürlich wartet auch die L-Version mit permanentem Allradanrieb, Untersetzungsgetriebe und mechanischen Differenzialsperre(n) sowie 22 Zentimetern Bodenfreiheit auf. Die Option auf Sprit sparenden 2WD-Drive gibt es auch hier nicht, der das russische Relikt ist ein echter Offroader. Wer an der Tankstelle günstiger fahren will, der lässt sich von Lada vor der Auslieferung eine LPG-Anlage von Prins in seinen Lada 4×4 Urban 5-Türer einbauen.

Dieses Auto singt das hohe Lied der Mechanik: Es surrt der Antriebsstrang, es klackt die Kupplung, es brummt der Motor. Da passt die ein wenig Kraft erfordernde – aber präzise einrastende – Gangschaltung ins Bild, für die ein langer Arm nicht schaden kann, wenn hinten rechts mit dem langen Schalthebel der fünfte Gang eingelegt werden soll.

Ab 85 km/h und 2500 Umdrehungen in der Minute kommt der Gedanke an einen sechsten Gang auf, ab Tempo 100 und 3000 Touren wird der Wunsch angesichts des weiter steigenden Geräuschniveaus stärker. Doch für die lange Autobahnetappe ist der Lada ohnehin nicht gemacht und gedacht.

Dafür ist der Fünftürer aber ein Beweis für die alte automobile Binsenweisheit „Länge läuft“. Die 50 Zentimeter mehr Radstand beruhigen das Heck merklich und sorgen für überraschend hohe Kurvengeschwindigkeiten.

Die Wankneigung hält sich dabei in überraschenden Grenzen, ebenso spricht die Lenkung besser als erwartet an. Und auf Feldwegen hüpft der lange 4×4 deutlich weniger als sein kurzer Verwandter.

Echten Charme versprühen die massiven Kippschalter in der Mittelkonsole für Licht, Gebläse, Heckscheiben- und Siztheizung sowie Nebelschlussleuchte. Und wer sich schon immer mal gefragt hat, woher die Bezeichnung „Stockhebel“ für die Hebel am Lenkrad kommen, muss sich nur einmal in einen Niva setzen.

Auch die Türgriffe außen können bis heute ihre Abstammung vom Fiat 124 nicht verleugnen. Ebenso dürften das im Motorraum liegende Reserverad sowie die nach vorne öffnende Haube älteren Autofahrern bekannt vorkommen. Mehr fabrikneue Nostalgie geht kaum.

Erkauft wird diese durch eine etwas umständliche Deaktivierung der Wegfahrsperre mittels Transponder, einem links liegenden Zündschloss sowie fehlenden Airbags. Selbst auf Kopfstützen an der Rücksitzbank müssen 4×4-Insassen verzichten.

Dabei geht das Platzangebot hinten absolut in Ordnung. Die Kniefreiheit ist dank der gestreckten Karosserie üppig, und die Sitze bieten ausreichend Schenkelauflage. Zudem ist im Fünftürer tatsächlich Platz für drei im Fond.

Eines kann man dem Niva nach mehr als 40 Jahren allerdings nicht mehr nachsehen: die immer noch einteilige Lehne der Rücksitzbank. Gerade bei der Langversion fällt diese unnötige Unflexibiltät unangenehm auf und negativ ins Gewicht, denn hier wird ohne große Not eine Chance vertan.

Dem Absatz auch hierzulande dürfte das aber wohl weiterhin kaum schaden. Der Klassiker aus dem russischen Togliatti – zum Dank an Fiat nach einem ehemaligen Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens benannt – kann sich auf eine treue Fangemeinde verlassen. Und die hat schon lange auf den Lada 4×4 Urban 5-Türer gewartet.

Die Basisausführung gibt es für 14 090 Euro, den etwas schickeren Urban für 1300 Euro mehr. I (we/ampnet/jri)(Fotos: Auto-Medienportal.Net)

Daten Lada 4×4 Urban 5-Türer

Länge x Breite x Höhe (m): 3,72 x 1,68 x 1,64
Radstand (m): 2,70
Motor: R4, Benziner, 1690 ccm
Leistung: 63 kW / 83 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 137 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 19 Sek.
Max. Drehmoment: 129 Nm bei 4000 U/min
ECE-Durchschnittsverbrauch: 9,5 l/100 km
CO2-Emissionen: 216 g/km (Euro 6)
Effizienzklasse: G
Leergewicht / Zuladung: 1425 kg / 425 kg
Reifen: 175/80 R 16
Wendekreis: 11 m
Kofferraum: 420–780 Liter (Fensterunterkante)
Bodenfreiheit: 220 mm
Wattiefe: 650 mm
Böschungswinkel: 48 Grad (v.) / 42 Grad (h.)
Rampenwinkel: 28 Grad
Steigfähigkeit: 58 %
Max. Anhängelast: k.A.
Preis: 15 390 Euro

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