Geländewagen Legenden: Land Rover Defender

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Land Rover Defender foto:4x4news.de/land rover

Natürlich gab und gibt es nicht nur Jeep Legenden. Ein ebenbürtiger 4×4-Kollege war und ist der Land Rover. Speziell der Defender. Seine Geschichte wollen wir uns hier in 5 Teilen ansehen…

Der Defender – Ein Stück Automobilgeschichte

In den Nachkriegsjahren durchlebte Großbritannien eine schwere wirtschaftliche Krise. Wegen der gewaltigen Schuldenlast für den Wiederaufbau von Industrie, Infrastruktur und Wohnungen musste der Inlandsmarkt zugunsten des devisenträchtigen Exports hinten anstehen.

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Aus dem zerstörten Werk in Coventry verlegte die Rover Company die Produktion in das Werk in Solihull, wo man bis Kriegsende Flugzeug-motoren gebaut hatte. In Rekordzeit wandelte man das Werk in ein Automobilwerk um. Trotz Materialknappheit – es mangelte vor allem an Stahl – plante das vorausdenkende Rover-Management einen neuen Kleinwagen zur Erweiterung der Modellpalette. Eine Gesetzesänderung machte dieses Vorhaben aber zunichte, so dass die Produktionsanlagen in Solihull nur teilweise ausgelastet waren.

Land Rover Defender Historie foto:4x4news.de/land rover

Da kam Rovers technischer Direktor Maurice Wilks die rettende Idee. Er hatte auf seinem Bauernhof im walisischen Anglesey ausgemusterte Militärfahrzeuge eingesetzt, und war von deren Fähigkeiten so beeindruckt, dass er den Plan für ein kleines allradgetriebenes Nutzfahrzeug entwickelte. Da sich ein solches Fahrzeug hervorragend für den Export eignete, würde das Unternehmen eine höhere Stahlzuteilung erhalten, aus der man sich auch für den Bau der markentypischen großen Limousinen bedienen könnte.

Ein Chassis aus Militärbeständen wurde mit einem Motor und Getriebe von Rover bestückt. Die simple Karosserie fertigte man aus Aluminium, an dem im Gegensatz zu Stahl kein Mangel herrschte. Das neue Projekt taufte man auf den Namen Land Rover.

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Land Rover Defender Historie foto:4x4news.de/land rover

Auf der Basis dieses Prototyps experimentierte man mit diversen Ausstattungsvarianten, so auch mit einer später verworfenen mittigen Lenkposition. Da man vorrangig an den Einsatz in der Landwirtschaft dachte, versah man das Fahrzeug mit mehreren Nebenantrieben und testete es auf den zum Werksgelände in Solihull gehörenden Feldern als Zugmaschine für Pflüge und allerlei landwirtschaftliches Gerät.

Die heute wohl vertraute Land Rover-Form nahm beim Bau einer Vorserie von 48 Fahrzeugen allmählich Gestalt an. Die je zur Hälfte mit Links- und Rechtslenkung ausgestatteten Vorserienfahrzeuge besaßen einen permanenten Allradantrieb mit Freilauf zur Verhinderung des Aufziehens der Achse. Legte man am Zweigang-Verteilergetriebe die Geländeuntersetzung ein, war der Allradantrieb gesperrt. Als Antrieb diente ein 1,6-Liter Rover-Motor, und auch die modifizierten Achsen stammten ursprünglich von einem Rover.

Die mit Hubtüren versehene Aluminium-Karosserie war bereits ausgereifter als die des Prototyps, bestand aber weiterhin großteils aus flachen Blechen, für deren Fertigung man keine teuren Werkzeuge benötigte. Das aus den Stahlresten anderer Pressvorgänge gefertigte Kastenrahmen-Chassis war zum Schutz vor Korrosion verzinkt.

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– Teil 2 morgen –
(we)

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