Fahrtest BMW iX3 – Kritischer Blick auf das neue Elektro-SUV

Innenraum – Hochwertig, aber nicht makellos

Der neue BMW iX3 auf Basis der Neuen Klasse wirkt beim Einsteigen sofort wie ein komplett neues Fahrzeug – kein Facelift. Materialien sind hochwertig, angenehm anzufassen. Hartplastik bleibt vorhanden, wenn auch geschickt nach unten verbannt. Alles wirkt solide verschraubt, nichts klappert. Dennoch bleibt der Eindruck, dass BMW hier bewusst Kosten spart.

Cockpit – Modern, aber gewöhnungsbedürftig

Das Cockpit überrascht Traditionalisten. Das große Display ist elegant integriert und leicht zum Fahrer geneigt – klassische BMW-Fahrerorientierung lebt weiter, wenn auch abgeschwächt. Die neue Anordnung oberhalb des Lenkrads erinnert an Peugeot. Funktional, aber nicht jedermanns Sache.

Lenkrad – Polarisierend

Die senkrechte Doppelspeiche wirkt markant und modern. Geschmackssache – das M-Lenkrad bleibt konventioneller. Ein mutiger Schritt, der nicht jedem gefallen dürfte.

Sitze – Hoch, hart und nicht perfekt

Die Vordersitze sind eher hart. Typisch Elektroauto sitzt man hoch – eher „auf“ als „in“ dem Sitz. Der fehlende Haltegriff für den Beifahrer und die ungünstige Türarmlehne zeigen kleine ergonomische Schwächen. Bei sportlicher Fahrt kann das störend sein.

Assistenzsysteme – Stark, aber nicht fehlerfrei

Die Fahrassistenten gehören zu den besten am Markt. Bis 130 km/h erlaubt das System freihändiges Fahren, bis 180 km/h mit Händen am Lenkrad. Besonders der automatische Spurwechsel überzeugt. Dennoch bleibt Skepsis: Komfort ja, aber Vertrauen in die Technik muss wachsen.

BMW iX3

Rekuperation und Bedienung – Licht und Schatten

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Die Rekuperation ist hervorragend abgestimmt – 95 Prozent der Bremsvorgänge werden zur Energierückgewinnung genutzt. Der „Soft-Stop“ ist angenehm dosiert. Head-up-Display und Instrumente sind gestochen scharf. Enttäuschend dagegen der Sprachassistent – Alexa wirkt hier fehl am Platz, Siri wäre wohl die bessere Wahl.

Fahrwerk – Überraschend stark

Das Fahrwerk ist das Highlight. Trotz Stahlfedern und konventioneller Dämpfer fühlt es sich wie ein adaptives System an. Präzise Lenkung, kaum Wankbewegungen, exzellente Straßenlage – beeindruckend bei 2360 Kilogramm Leergewicht. Auf der Rennstrecke zeigt der iX3 echte BMW-Gene.

Leistung und Verbrauch – Solide Werte

345 kW (469 PS) und 645 Nm sorgen für kräftigen Vortrieb. Bei 210 km/h ist Schluss – ausreichend, aber nicht spektakulär. Verbrauch lag im Test bei 18,3 kWh/100 km, die WLTP-Reichweite bei über 800 km. Beeindruckend, aber abhängig von der weiterhin problematischen Ladeinfrastruktur.

BMW iX3

Alltagstauglichkeit – Praktisch, aber teuer

Frunk vorne für das Ladekabel, großzügiger Kofferraum mit bis zu 1750 Litern, viel Kopffreiheit hinten. Autonomes Einparken funktioniert besser als zuvor. Alltagstauglich – keine Frage. Doch der Einstiegspreis von 68.900 Euro und Testwagenpreise um 85.000 Euro sind eine klare Hürde.

Fazit – Fahrtest BMW iX3

Der Fahrtest BMW iX3 zeigt ein ausgewogenes, sportliches Elektro-SUV mit starkem Fahrwerk und modernen Assistenten. Kritikpunkte bleiben: Sitzkomfort, Sprachassistent und hoher Preis. Wer ein elektrisches SUV mit echter Fahrfreude sucht, findet hier eine interessante Option – allerdings nur mit entsprechendem Budget. (we/aum)(Fotos: Autoren-Union Mobilität/Matthias Knödler)

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