Mercedes-Benz EQS SUV Test
Mercedes-Benz EQS SUV Test

Mercedes-Benz EQS SUV Test

Mercedes-Benz hat der High-End-BEV-Limousine EQS eine SUV-Variante zur Seite gestellt. Die EVA-II-Plattform ist für beide Modelle die gleiche – und der Radstand ist mit 321 cm identisch. Doch 20 cm mehr Höhe und ein nach hinten verlängertes Dach machen es möglich, zwei Erwachsene in einer dritten Sitzreihe unterzubringen, obwohl die Gesamtlänge etwas geringer ist als bei der Limousine. Die Kofferraumkapazität wächst auf 645 bis 2100 Liter (EQS: 610 bis 1770 Liter).

Mercedes-Benz EQS SUV Test
Mercedes-Benz EQS SUV Test

Der erste Eindruck mit dem EQS SUV im amerikanischen Denver: Mercedes hat die EQS-Limousine wie einen Ballon aufgeblasen. Zwar lässt sich der SUV von der Limousine zum Beispiel durch die seitlichen Trittbretter unterscheiden.

Man hätte jedoch gerne ein anderes Design der schwarzen Frontplatte gesehen, oder auch muskulösere Stoßfänger, die einem Off-Roader angemessener wären.

Und auch die Tatsache, dass der Innenraum mit dem Hyperscreen exakt dem der Limousine entspricht, ist für den Besitzer, der eine Differenz von etwa 4200 Euro bezahlt hat, möglicherweise nicht überzeugend.

Gefahren sind wir das Basismodell 450+, das mit einem Permanent-Synchronmotor an der Hinterachse ausgerüstet ist, der 265 kW (360 PS) und 568 Nm Drehmoment erzeugt. Die Nettokapazität der installierten Batterie ist 108,4 kWh, die Reichweite liegt bei 540 bis 671 Kilometern im WLTP-Zyklus.

Die von EQS bekannte Kabine verfügt über hervorragende Materialien und Oberflächen an jeder Stelle, die Atmosphäre ist luftig und luxuriös, wie es beim einem High-End-BEV sein sollte.

In der zweiten Reihe können drei Personen sitzen, wobei die äußeren Sitze optional voll verstellbar sind, und der geräumige Innenraum fühlt sich mit Panoramadach noch heller und breiter an. Die Sitze in der dritten Reihe sind ausreichend dimensioniert, um sich nicht allzu eingeengt zu fühlen.

Für das Startritual ist der von anderen Mercedes-Benz Modellen bekannte Kunststoffhebel an der Lenksäule zu betätigen; der

Kristallwählhebel, der derzeit bei High-End-Modellen im Trend liegt, bleibt eventuell Maybach überlassen. Die Fahrt ab der Innenstadt von Denver lief reibungslos und angenehm, nicht zuletzt dank der hervorragenden Sitzposition und der deutlich höheren Karosserie. Auf dem Freeway fließt der Verkehr dank einem Tempolimit von 120 km/h erheblich schneller als in anderen US-Staaten. Dennoch könnte der EQS SUV 450+ noch mehr: Er sprintet nicht nur in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, sondern er schafft auch eine Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 210 km/h. Es empfiehlt sich also, auf Autobahnpatrouillen zu achten.

Mercedes-Benz EQS SUV Test Innenraum
Mercedes-Benz EQS SUV Test Innenraum

Spurwechsel im Hochgeschwindigkeitsbereich erfolgen ebenfalls dank Hinterradlenkung stabil. Die Luftfederung sorgt zudem für exzellenten Fahrkomfort und der EQS ist unter anderem dank der präzisen adaptiven Geschwindigkeitsregelung der perfekte Cruiser für Langstreckenfahrten.

In bergigen Gebieten mit ziemlich engen Kurven und steilen Steigungen liefert der EQS SUV 450+ trotz der Breite von fast 2 Metern sportliches Handling mit viel Power und präzisem und knackigem Lenkgefühl. Wenn die Straße jedoch bergab geht und die Geschwindigkeit zunimmt, stellt sich Unzufriedenheit mit der Bremsleistung ein. Die Bremskraft korrespondiert nicht perfekt mit der Bremswirkung. Natürlich kommt man bei normaler Fahrweise nicht an diesen Punkt, dennoch finden wir die Abstimmung schwierig.

Überrascht hat die Leistung auf dem anschließend gefahrenen Offroad-Parcours. Steilfahrten und tiefe Löcher, die ein gewöhnlicher SUV auf den ersten Blick nicht schaffen würde, waren im EQS per Vorwahl des Offroad-Modus möglich, und im Notfall lässt sich die Bodenfreiheit nochmals um 20 mm erhöhen. Die im unteren Teil der Fahrzeugkarosserie montierte Kamera zeigt die Situation direkt vor dem Fahrzeug, die wegen der großen und hohen Fronthaube eigentlich nicht sichtbar wäre, was das Fahren in unübersichtlichem Gelände erheblich erleichtert.

Die EQS-SUV-Baureihe wird im Werk Tuscaloosa in South Carolina produziert und im Dezember in deutsche Showrooms kommen. Der Grundpreis der 450+: Ab 110.658 Euro. (we/aum)(Fotos: Autoren-Union Mobilität/Daimler)

Daten Mercedes-Benz EQS SUV 450+

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Länge x Breite x Höhe (m): 5,13 x 1,96 x 1,72
Radstand (m): 3,21
Antrieb: Elektromotor, Heckantrieb
Leistung: 265 kW / 360 PS
Max. Drehmoment: 568 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,7 Sek.
Elektr. Reichweite: 671 km (WLTP)
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 18,2 kWh
Effizienzklasse: A+
CO2-Emissionen: 0 g/km (WLTP)
Leergewicht (EU)/ Zuladung: min. 2620 kg / max. 570 kg
Preis: 110.658 Euro