Mercedes-Benz G 350 d

Besser den G. G-Klasse mit neuem Diesel: Mercedes-Benz G 350 d

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So sehr der Diesel auch (zum Großteil zu Unrecht) verteufelt wird – er hat herausragende technische Potentiale. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die neue G-Klasse mit dem Mercedes-Benz G 350 d auch einen neuen Selbstzünder erhält.

Nähert man sich dem neuen G-Modell, so fällt zuerst kein großer Unterschied zum Vorgängermodell auf.

Die kastenförmige Karosserie, die vorne aufgesetzten Blinker, die seitlichen Zierleisten und überhaupt der erste Eindruck erinnert stark an die bisherige Modellgeneration. Und dies war auch die Absicht: Man wollte eine Evolution, keine Revolution auf die Räder stellen, heißt es bei Mercedes.

Mercedes-Benz G 350 d

Im Innenraum wirkt vieles vertraut, aber das liegt zum Teil auch an der Ähnlichkeit zu anderen Mercedes-Modellen. Der Blick über die Motorhaube und der Beifahrerhaltegriff am Armaturenbrett verweisen hingegen auf den Vorgänger.

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In den zur Verfügung stehenden Testwagen war überall der breite TFT-Bildschirm verbaut. Bei den Ersatzfahrzeugen gab es allerdings auch analoge Instrumente – und die passen deutlich besser zur Designsprache des G-Modell.

Die Frontscheibe ist kaum wahrnehmbar leicht gewölbt, was die Aerodynamik deutlich verbessert. Und das Auto ist um fünf Zentimeter länger, von denen vier Zentimeter der Kniefreiheit den Fondpassagieren zugutekommen.

Dank vorderer Einzelradaufhängung konnte eine moderne Zahnstangenlenkung eingebaut werden. Der neu konstruierte Leiterrahmen ist um 55 Prozent steifer geworden und das gesamte Fahrzeug um 170 Kilogramm leichter.

Die positiven Ergebnisse sind deutlich spürbar. Die Sitzposition ist zwar die gleiche und zügiges Fahren auf kurvigen Landstraßen ist noch immer richtig Arbeit.

Mercedes-Benz G 350 d

Der hohe Schwerpunkt lässt sich nicht verleugnen. Aber die Lenkung ist präzise, und im Gegensatz zum Alten kann der neue G mit der Leistung gut umgehen.

Der Spurassistent erledigt seine Aufgabe übrigens sehr gründlich. Beim Annähern an die Seitenlinie bremst er leicht ab und zieht das Auto abrupt zurück in die Spur.

Besonders überzeugend ist das G-Modell im Gelände. In dem ausgewählten Testgelände prüfen auch Dakar- und WRC-Teams ihre Fahrzeuge auf maximale Belastung.

Im direkten Vergleich war festzustellen, daß der neue G nochmals mehr kann als das Vorgängermodell, bei dem in Sachen Geländetauglichkeit bislang eigentlich keine Wünsche offengeblieben waren. Insbesondere muss der Fahrer deutlich weniger Offroadkönnen mitbringen.

Der neue Reihen-Sechszylinder-Diesel macht den Kult-Geländewagen zum bislang effizientesten „G“. Er leistet 210 kW (286 PS) und ist mit einem maximalen Drehmoment von 600 Newtonmetern bei 1200 bis 3200 /min so stark wie nie zuvor.

Dank einer weiter ausgebauten Abgas-Nachbehandlung bleibt der Sechszylinder-Diesel der neuen G-Klasse im Mercedes-Benz G 350 d unter allen Emissionsvorgaben der aktuellen Norm Euro 6d-TEMP.

Die Nachfüll-Öffnung für das AdBlue ist in die außen liegende Tankmulde des Fahrzeugs integriert, was eine unkomplizierte Zapfsäulenbetankung ermöglicht.

Im Fahrprogramm ECO hilft die Segelfunktion zusätzlich Kraftstoff einzusparen. Nimmt der Fahrer den Fuß vom Fahrpedal, öffnet die Kupplung des Getriebes. Somit wird die Motordrehzahl auf Leerlaufniveau abgesenkt und der Fahrwiderstand um die Kompressions- und Reibungskräfte des Motors im Schubbetrieb reduziert.

Der Mercedes-Benz G 350 d „segelt“ und nutzt für eine gewisse Strecke die eigene momentane Bewegungsenergie zur Fortbewegung.

Dabei rollt die G-Klasse mit dem neuen Dieselmotor messbar weiter als im Schubbetrieb. Das Resultat ist eine weitere Verbrauchseinsparung. Sobald der Fahrer das Fahr- oder Bremspedal betätigt, wird der Kraftschluss wieder hergestellt.

Schaltbare Motorlager im Mercedes-Benz G 350 d sorgen für noch mehr Ruhe

Für ein geringeres Antriebsgeräusch sind die Motorlager des Dieselmotors erstmals schaltbar. Ab unter 5 km/h werden sie auf eine weiche Kennung geschaltet, um die Übertragung von Drehschwingungen bei niedrigen Motordrehzahlen auf den Leiterrahmen bestmöglich abzudämpfen.

Bei höheren Motordrehzahlen werden die beiden Motorlager automatisch härter geschaltet, was sich positiv auf den Schwingungskomfort und die Fahrdynamik auswirkt.

Mercedes-Benz G 350 d mit 9G-TRONIC

Für die Kraftübertragung wurde das Wandler-Automatikgetriebe 9G-TRONIC speziell auf die Anforderungen der Offroad-Ikone abgestimmt. Die große Spreizung des Getriebes macht das Fahren gerade bei niedriger Drehzahl nicht nur komfortabler und leiser, sondern trägt gleichzeitig zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs bei.

Gerade im ersten Gang hängt der Geländewagen spürbar besser am Gas, auch beim kurzen Beschleunigen in Teillast ist der „G“ jetzt deutlich agiler.

Das neue Verteilergetriebe ist so ausgelegt, dass das Antriebsmoment zu 40 Prozent auf die Vorderachse und zu 60 Prozent auf die Hinterachse gelangt. Diese Auslegung verbessert vor allem das Fahrverhalten auf der Straße.

Dabei sorgt der permanente Allradantrieb stets für maximale Traktion. Aber der „G“ wäre kein „ G“, wenn er nicht im Gelände noch eins drauf packen würde. Durch die Geländeuntersetzung werden die Drehmomente an den Antriebsrädern deutlich erhöht und beispielsweise sehr schweres Gelände befahrbar.

Die Ausstattung des Mercedes-Benz G 350 d

Bereits ab Werk verfügt der G 350 d über eine noch umfassendere Serienausstattung als das Vorgängermodell. Dazu zählen unter anderem das Interieur mit Ledersitzen, Leder Artico bezogener Instrumententafel und offenporigem Holz.

Neuer Mercedes-Benz G 350 d Innenraum

Darüber hinaus ergeben sich neue Optionen, um den G 350 d nach dem eigenen individuellen Geschmack zu gestalten.

Übrigens erfolgt die Montage der G-Klasse nahezu ausschließlich in Handarbeit, wodurch sich eine Gesamtproduktionszeit von mind. 100 Stunden ergibt.

Das serienmäßige DYNAMIC SELECT ist jetzt mit bis zu fünf Fahrprogrammen für die G-Klasse verfügbar. Das System ändert auf Wunsch des Fahrers etwa die Eigenschaften von Motor, Getriebe, Fahrwerk und Lenkung.

Darüber hinaus bietet die G-Klasse auch im Mercedes-Benz G 350 d zahlreiche neue Fahrerassistenzsysteme. Der Aktive Brems-Assistent beispielsweise kann drohenden Kollisionen entgegenwirken oder die Unfallfolgen mildern sowie den Fahrer bei Notbremsungen unterstützen.

Notfalls kann er autonom bremsen, wenn der Fahrer keine Aktivitäten zeigt, um erkannte Gefahrensituation möglicherweise zu entschärfen.

Die G-Klasse als einer der letzten echten Geländewagen – Offroad nun noch besser

Extra für die G-Klasse ist die neue Vorderachskonstruktion so robust ausgelegt, dass die Offroad-Performance und -Fähigkeiten des Vorgängers beibehalten und sogar teilweise übertroffen werden.

So sind die Komponenten der Doppelquerlenker-Vorderachse ohne Fahrschemel direkt am Leiterrahmen befestigt. Die Anbindungspunkte am Rahmen des unteren Querlenkers in Z-Richtung sind so weit wie möglich oben positioniert. Diese Anordnung garantiert gute Fahrbarkeit jenseits des Asphalts.

Neuer Mercedes-Benz G 350 d Innenraum

Hinten wird im Unterschied zum Vorgänger die neue Starrachse mit vier Längslenkern auf jeder Seite und einem Panhardstab geführt. Das macht normale Straßenfahrten noch komfortabler.

Im Gelände sorgen die 82/142 Millimeter Ein/Ausfederweg hinten und die Bodenfreiheit von 241 Millimetern zum Hinterachsgetriebe für Sicherheit auch in Extremsituationen.

Dank des neuen Vorderachskonzepts steigert sich gleichzeitig die Onroad-Performance der G-Klasse. Der „G“ fährt sich auf der Straße so agil wie komfortabel und gibt dem Fahrer ein besseres Lenkgefühl.

Der Geländewagen bleibt stabiler in der Spur, abseits befestigter Wege ist er leichtfüßig und unangestrengt unterwegs.

Mercedes G350 d DatenFazit: Die neue G-Klasse ist und bleibt was sie war. Ein herausragender Geländewagen, der sich höchstens einem UNIMOG geschlagen geben muss und ein Auto, dass sich nun auf der Straße besser fährt, als viele andere Autos, die keine Off Road Ambitionen haben. (Fotos: Mercedes-Benz)

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