Pickups mit Allrad sind so etwas wie das automobile „Schweitzer Messer“. Können fast alles und sind deshalb auch sehr beliebt. Das trifft besonders für den Mitsubishi L200 zu, den uns Kollege Jens Riedel in einem Test einmal vorstellt: Er wirkt sehr vertraut und ist dennoch komplett neu: Mitsubishi hat seinen Pick-up-Klassiker L200 in der fünften Generation moderner und dynamischer gezeichnet und das Ambiente spürbar aufgewertet.
Gleichwohl ist er sich optisch treu geblieben. So gibt es als besonderes Markenzeichen immer noch die charakteristische Rundung am Ende der Kabine, aber sie fällt steiler aus als bisher und die Pritsche wanderte ein Stück in die Höhe.
Keine Frage: Der L200 tritt deutlich geschmeidiger, gefälliger und weniger nutzlastig auf. Er kommt nun stärker als bisher der Lifestyle-Kundschaft entgegen. Erklärtes Ziel war es, die Neuauflage vor allem beim Interieur auf SUV-Niveau zu heben. Das ist gelungen. Das Gestühl vorne wie hinten ist höher und bietet mehr Beinauflage sowie im Fond mit den herunterklappbaren Lehnen einen bis dato unbekannt entspannten Kniewinkel.
Die Mittelkonsole sticht dank Klavieroptik sogar den facegelifteten Outlander aus eigenem Hause aus. Lediglich bei den Türinnenverkleidungen geht es nach wie vor etwas robuster zu.

Größter Nachteil der Neuauflage ist sein Antrieb – zumindest, wenn man beim Doppelkabiner zur Automatik greift. Hier hat es Mitsubishi unverständlicher trotz Getriebeneuentwicklung bei einer althergebrachten Fünf-Stufen-Lösung belassen. Das ist absolut nicht mehr zeitgemäß.

Bei 133 kW / 181 PS aus 2,4 Litern Hubraum, fast 5,30 Metern Fahrzeuglänge und über zwei Tonnen Leergewicht sollten durchaus zehn bis zehneinhalb Liter Durchschnittsverbrauch und damit gut drei Liter mehr als unter Laborbedingungen einkalkuliert werden.

Punkten kann der L200 dabei auch mit einem trotz notwendiger Blattfedern überraschend neutralen Fahrwerk.
Bis zu Geschwindigkeiten von 100 km/h kann auch während der Fahrt zwischen dem Hinter- und dem Allradantrieb gewechselt werden. Gleichwohl ist der Pick-up vor allem für den harten Arbeitseinsatz konzipiert. Dafür stehen das sperrbare Mitteldifferenzial und die zusätzliche Möglichkeit der Geländeuntersetzung. Dazu kommen eine Wattiefe von 60 Zentimetern, knapp 900 Kilogramm Zuladung und über drei Tonnen Anhängelast inklusive Gespannstabilisierung. (ampnet/jri)(Foto:Auto-Medienportal.Net)
Daten Test Mitsubishi L200 2.4 DI-D+ AT Top
Länge x Breite x Höhe (in m): 5,29 x 1,82 x 1,78
Radstand (m): 3,00
Motor: R4-Diesel, 2442 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 135 kW / 181 PS bei 3500 U/min
Max. Drehmoment: 430 Nm bei 2500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 11,8 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 7,2 Liter
CO2-Emissionen: 189 g/km (Euro 5)
Effizienzklasse: C
Leergewicht / Zuladung: 2027 kg / 883 kg
Pritschenmaß (in m): 1,52 x 1,47 x 0,48
Ladekantenhöhe: 650 mm
Böschungswinkel: 30 Grad (v.) / 22 Grad (h.)
Rampenwinkel: 24 Grad
Bodenfreiheit: 205 mm
Max. Anhängelast: 3100 kg (opt. 3500 kg)
Wendekreis: 11,8 m
Bereifung: 245/65 R17
Preis: 40 290 Euro