Die Jeep Geschichte – so war’s wirklich!

1941 Willys QuadAls am 19. Februar 1941 zum ersten Mal der Name „Jeep“ in der Tagespresse mit einem kleinen, sonderbar schmucklosen Fahrzeug ohne Dach und Türen in Verbindung gebracht wurde, ahnte niemand, dass hier von einem wahrhaft historischen Automobil die Rede war. Noch dazu von einem, das den Lauf der Geschichte beeinflussen sollte und das bis heute ins Jahr 2016 hinein für wesentliche Impulse in der Auto-Industrie verantwortlich ist.

1941 ist das offizielle erste Jahr der 75jährigen Geschichte der Marke Jeep® – und es begann an eben diesem 19. Februar mit einer außergewöhnlichen Presse-Fahrvorstellung, wie sie sich heute kaum wiederholen lassen dürfte: mit einer Fahrt auf den Stufen des Kapitols in Washington D.C. . Bei der Durchführung des Events mag hilfreich gewesen sein, dass am Steuer des Prototyps Willys Quad – dem Urvater aller Geländewagen – der damalige New Yorker U.S.-Senator James M. Meade saß, dem man die Anfahrt zu seinem Arbeitsplatz schwerlich verweigern konnte.

Natürlich war die Presse bei diesem Termin anwesend und eine Redakteurin der Washington Times namens Katherine Hillyer fragte den begleitenden Testfahrer des Willys Quad Herstellers Willys-Overland nach dem Namen des merkwürdigen Vehikels, das da so behände die Treppen auf und ab fuhr. „It´s a Jeep“, antwortete der Testfahrer Irving „Red“ Hausmann – und etablierte mit diesen Worten ein bis heute lebendiges Phänomen. Nie wieder wurde mit noch weniger Worten eine Legende geboren.

Die Washington Times zeigte daraufhin ein Foto des Willys Quad auf den Stufen des Kapitols und versah es mit der Bild-Unterschrift:

LAWMAKERS TAKE A RIDE – With Senator Meade of New York at the wheel and Representative Thomas of New Jersey sitting beside him, one of the Army’s new scout cars, known as “jeeps” or “quads” climbs up the Capitol steps in a demonstration yesterday. Soldiers in the rear seat for gunners were unperturbed.

(GESETZGEBER IN FAHRT: Mit Senator Meade aus New York am Steuer und dem Abgeordneten Thomas aus New Jersey als Beifahrer klettert eines der neuen Scout-Fahrzeuge der Armee – bekannt als „jeeps“ oder „quads“ – während einer Vorführung die Stufen zum Kapitol hinauf. Die Soldaten auf dem Schützen-Rücksitz nahmen es gelassen.)

Noch bevor der Name „Jeep“ am 19. Februar 1941 erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, hatte er bereits so viele Legenden um seine Entstehung gesammelt wie kein anderer Markenname seither im Lauf seiner gesamten Geschichte. Während alle anderen Automarken-Namen einen eher einfach nachvollziehbaren Ursprung haben – meist den Namen des Firmengründers oder dessen Übersetzung ins Lateinische, den Namen der Tochter eines Autohändlers, eine Abkürzung oder aber das Ergebnis einer Retorten-Geburt von Marketing-Kreativen – entwickelte sich der Name „Jeep“ quasi selbst. Er entstand. Und heute weiß niemand mehr so genau, wie, warum und woher. So geht Legende, so geht Authentizität.

Woher kommt die Bezeichnung „Jeep“?

Legende 1: Der Einwanderer

Wer hätte gedacht, dass Jeep ein uralter deutscher Familienname ist? Schon im 16. Jahrhundert gab es ihn, zum Beispiel in Gestalt des Johann Jeep, geboren 1582 in Dransfeld. Der Organist und Komponist arbeite als Kapellmeister für den Fürsten von Hohenlohe. Da Amerika ein Land ist, das weit überwiegend von den Nachfahren von Einwanderern bewohnt ist, liegt nahe, dass der Name „Jeep“ ursprünglich auf genau diesem Weg in die neue Welt gelangte. Daher hält sich das Gerücht, dass ein Mr. Jeep zu jenen ersten Technikern oder Konstrukteuren gehörte, die für die amerikanische Armee motorisierte Fahrzeuge entwickeln und testen sollten.

Legende 2: Der Anfänger

Überliefert ist, dass bereits im ersten Weltkrieg die Techniker der Armee alle Fahrzeuge mit „Jeep“ bezeichneten, die neu zu ihnen kamen, um dort auf die Eignung für ihren späteren militärischen Einsatz getestet zu werden. Das hatte einen Grund. Denn bevor es motorisierte Fahrzeuge in Armee-Diensten gab, erhielten ganz neu in die Armee eingezogene Soldaten die Bezeichnung „Jeeps“ – mindestens so lange bis sie ihre Ausbildung beendet hatten.

Legende 3: Der Tausendsassa

Nicht ganz in Übereinstimmung mit Legende 2 (Der Anfänger) steht eine weitere Bedeutung, die „Jeep“ im amerikanischen Sprachgebrauch hatte: ein toller Kerl, der alles konnte ¬- oder dem man zumindest alles zutraute – war ein „Jeep“, ein Tausendsassa . Und als die Armee die Autoindustrie aufforderte, ein ‚1/4 ton 4×4 reconaissance vehicle‘ zu konstruieren, mögen sich viele Techniker angesichts des ungewöhnlichen Lastenhefts gefragt haben: ‚what the hell are they looking for?‘ Es liegt nahe, dass da jemand als Antwort gab: „They want a Jeep“, also einen tollen Kerl, der alles kann. Und das wurde er dann ja auch.

Legende 4: Das Comic-Fabelwesen
So ein toller Kerl und Tausendsassa machte seit den frühen 1930er Jahren im populären Popeye-Comic Karriere. Eugene, ein Fabelwesen mit Knollennase, konnte durch Raum und Zeit reisen und so immer und überall auf der Welt auftauchen um zu helfen und Probleme zu lösen – meistens die des Matrosen Popeye. Da Eugene zwar alles konnte außer sprechen – er brachte nur einen Laut heraus, der sich wie ‚Jeep‘ anhörte – war der volle Name des Fabelwesens „Eugene the Jeep“ – also Eugene der Tausendsassa.
Das von der US-Army geforderte ‚1/4 ton 4×4 reconaissance vehicle‘ sollte ja tatsächlich das können, wozu Eugene the Jeep in der Lage war: überall auf der Welt auftauchen um zu helfen und Probleme zu lösen, wenn auch nicht die des Matrosen Popeye.

Dass die Armee ein Allzweckfahrzeug – auf englisch ‚general purpose vehicle‘ – suchte und der Mit-Hersteller des ‚Jeep‘ Willys MB, Ford, das Projekt als GPW bezeichnete (G für government contract, P für 80 Inch Radstand und W für Lizenz Willys-Overland), war der Namensbildung von ‚Jeep‘ zusätzlich dienlich. Denn die Zusammenziehung von G und P (amerikanisch ausgesprochen ‚Dschie und Pi‘) passte hervorragend zum Namen ‚Jeep‘, den so viele Legenden bereits sorgfältig vorbereitet hatten. (Quelle: FCA)

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