Von der Ukraine nach Russland – Land Rover Journey of Discovery

Land Rover Journey of Discovery

Die Journey of Discovery wechselte in der letzten Woche buchstäblich den Maßstab vom Kleinsten zum Größten. Mit seinen dreieinhalb Millimetern Länge würde das filigrane Modellboot aus dem Mikrominiaturen-Museum, das wir Kiew besuchten, in den gigantischen U-Boot-Bunkern auf der nächsten Station der Journey of Discovery überhaupt nicht auffallen. Der einst streng geheime sowjetische U-Boot-Stützpunkt in der ukrainischen Hafenstadt Balaklava ist ein ebenso faszinierendes wie beklemmendes Mahnmal des Kalten Krieges.

Heute ist die U-Boot-Basis auf der Halbinsel Krim ein Museum. Früher hätte sie einem direkten Atomwaffenangriff standhalten können und dann 3.000 Menschen über einen Monat lang Schutz und Verpflegung gewährt. Mit einer Sondergenehmigung durften die Land Rover der Journey of Discovery in die Basis hineinfahren. Im Licht starker Scheinwerfer wurde dann das Tunnellabyrinth erkundet, in dem früher bis zu 100 Meter lange U-Boote mit vernichtender Feuerkraft ankerten.

Die Stadt, die seit 1957 auf keiner Landkarte verzeichnet war, erhielt erst 1992 offiziell ihre Existenz zurück. Es ist nahezu unvorstellbar, dass ein derart geheimer Ort überhaupt jemals existieren konnte. Dass der Journey of Discovery zu diesem unglaublichen und einst streng geheimen Relikt des Kalten Krieges ungehinderter Zugang gewährt wurde, ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie sehr sich die Zeiten inzwischen geändert haben. Davon zeugt auch die Bucht von Balaklava, wo heute statt düsterer U-Boote reihenweise Luxusyachten aus allen Teilen der Welt vor Anker liegen.

Von der U-Boot-Basis setzte die Journey of Discovery ihren Weg nach Tula fort, um unterwegs einen anderen Aspekt der russischen Geschichte kennen zu lernen – den automobilen.

Unser Ziel lag am Ende einer zerfurchten, von tiefem Schnee bedeckten Piste. Ein Kinderspiel für den Discovery. Dort erwartete uns die einzigartige Autosammlung von Mikhail Krasinets, der rund 300 Exemplare sowjetischer Autos zusammengetragen hat. Aufgereiht auf zwei Feldern steht dort so ziemlich alles, was die ehemalige sowjetische Autoindustrie hervorgebracht hat: vom Moskvich 1500 für den Normalbürger bis zum 1961 Gaz Chaika, der den höchsten Funktionären der Kommunistischen Partei vorbehalten war.

Mag die Sammlung des ehemaligen Rallye-Werksfahrers und Moskvich-Testfahrers Krasinets auch heutigen Museumskriterien nicht genügen, so eröffnet sie doch einen faszinierenden Einblick in die sowjetische Automobilgeschichte. Neben der Schlichtheit und Nüchternheit der antiquierten Gefährte erstrahlen Komfort, Kultiviertheit und Leistung der modernen Discoverys gleich in einem noch viel helleren Licht.

In Tula – dem Geburtsort von Leo Tolstoi, dem Autor von ’Krieg und Frieden’ – legte die Journey of Discovery einen kurzen Zwischenstop bei der besten Lebkuchenbäckerei der Stadt ein. Das Rezept der süßen und leckeren Lebkuchen ist ein genauso streng gehütetes Geheimnis wie es einst der U-Boot-Stützpunkt in Balaklava war. Für uns sind die schmackhaften Leckereien in erster Linie eine willkommene Verpflegung auf dem weiteren Weg ostwärts nach Beijing, dem Ziel unserer 8.000 Meilen langen Reise.

Vorher werden wir aber noch einen Abstecher nach Moskau machen, wo das Team die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt erkunden, mit Künstlern zusammentreffen und sogar eine Sauna aufsuchen wird. Selbstverständlich eine mobile Sauna. Auf dem Weg der Journey of Discovery ist bis dahin aber eines gewiss – mit dem Kofferraum voller Lebkuchen ist für Verpflegung reichlich gesorgt!

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