Ellen Lohr berichtet von der Rallye Dakar

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ordnung muss sein. foto:subaru

A lazy day

In Copiapo hat der Service sowas wie einen zweiten Restday. Die Rennfahrer sind auf der Dünenschleife um die „Stadt“ unterwegs, aber der Service hat mit einer zusätzlichen Übernachtung im Wüstennest endlich einmal Zeit sich um seine eigenen Sachen zu kümmern. Allerdings ist die Schleife nicht lang und dazu auch noch leicht verkürzt worden. Langsam dämmert dem Veranstalter, dass man ansonsten vielleicht ohne Rennteilnehmer Buenos Aires erreichen wird. Beim Start am heutigen Morgen reihen sich genau 32 Trucks und nur knapp 50 Rennautos ein…

Heute Morgen im Bivak hört sich der Motor von Peterhansel nicht wirklich gut an. Wir drücken die Daumen, dass er sich gestern bei seiner Überhitzung keinen bleibenden Schäden geholt hat. Auch andere Teilnehmer sind nach den harten letzten Tagen etwas angeschlagen. So präsentiert Jürgen Schröder, der Beifahrer von Alfi Cox ein blaues Auge. Angeblich hat er von Alfi einen drüber bekommen, als er sich vernavigiert hat….aber im Ernst ist es eine Verletzung, die er sich beim unsachgemässen Abschnallen in der Wüste zugezogen hat. Er hatte im Rennstress vergessen den Stecker seiner Funkanlage zu ziehen und die rächt sich, indem sie zurückschnalzt und ihm ein dickes Veilchen verpasst.
Die Etappe heute ist sicher anspruchsvoll, aber inzwischen sollten die Teilnehmer es gewohnt sein, durch die Dünen zu surfen. Ausserdem ist es ein gewaltiger Unterschied, ob man die Dünen bei Tag oder bei Nacht besucht. Insofern ist es eine stage, die die Teilnehmer happy macht.

Die Zieldurchfahrt lockt fast die Gesamtbevölkerung an die Strecke. Hunderte Autos schlängeln sich auf Schotterpisten in das Zielgebiet. Auch wir schlängeln uns….allerdings in wüstigerem Terrain. Mit Schaufel und Sandblechen ausgerüstet wagen wir uns mit dem Forester direkt in die Dünen hinein. Zum Glück kommen unsere Utensilien aber nicht zum Einsatz. Als wir zurück ins Bivak fahren kommen gerade die ersten Privatfahrer bei den Motorradfahren an und werden von ihren Teams mit Begeisterung gefeiert. Auch dort hat der Schwund inzwischen zugeschlagen. 120 sahen gestern/heute Nacht das Ziel (davon Tina Meier auf einem tollen 80. Platz).

Im Bivak gibt es unterdessen sowas wie eine allgemeine Aufbruchstimmung, denn Morgen befahren wir den Paso San Francisco. Unwahrscheinlich schöne Naturbilder. Wir werden rechtzeitig aufbrechen um genügend Zeit zu haben euch in meinem Videoblog respektive im One Minute per Day blog einiges davon zeigen zu können. Es wird aber eine späte Übertragung werden. Erstens wird es eine 9 Stunden Fahrt inklusive Grenzformalitäten nach Argentinien und zweitens hört sich der Ort Chilecito per se nicht nach einem schnellen Internet an….An der höchsten Stelle des Passes gibt es ein Hotel mit Höhentrainingscenter für chilenische Tennisspieler (!), wenn sich die Zeit findet senden wir bereits von dort ein paar Bilder zu euch. Wir geben weiter Gas. Ellen Lohr/Subaru

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