Saab XWD – Cross Wheel Drive
Saab XWD (Cross Wheel Drive)-System. foto: autodino/saab
Allrad Autos: Saab XWD ab Herbst auch im klassischen Vierzylinder-Turbo
Das Saab XWD (Cross Wheel Drive)-System verteilt permanent, je nach Bedarf und Fahrsituation, Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse. Es verhindert damit Über- oder Untersteuern und hält das Auto spurstabil. Saab erweitert ab sofort sukzessive für 9-3 SportLimousine und SportCombi sein Angebot an Benzin-Motorvarianten mit dem Allradantrieb. Ab Herbst auf der Straße und bereits jetzt bestellbar gibt es die XWD-Technologie zusätzlich zum 280 PS (206 kW) starken 2.8 V6 Turbo auch für die Modelle mit 2,0-Liter-Turbomotor. …
Der Vollaluminium-Vierzylinder liefert 210 PS (154 kW) bei 5.300 Umdrehungen pro Minute und ein Drehmoment von 300 Newtonmetern bei 2.500 Umdrehungen. Für die XWD-Varianten der 2,8-Liter V6 Motorisierung ist optional ein Sportfahrwerk mit härteren Federn und Stoßdämpfern, größeren Bremsscheiben sowie 18- oder 19-Zoll-Leichtmetallrädern erhältlich.
Kjell-Ake Eriksson, seit 1. Juni neuer Geschäftsführer der Saab Deutschland GmbH: „Um dieses Fahrgefühl einem noch größeren Kreis von Autofahrern zu ermöglichen, haben wir mit der Ausweitung des XWD-Angebots auf den Saab 9-3 2.0T den ersten Schritt getan – weitere Modelle, wie der 2.0t Bio-Power, werden ab dem kommenden Jahr folgen.“
Fahrstabilität ab Start
Um bestmögliche Traktion schon beim Start zu gewährleisten, verfügt das Allradsystem über eine innovative Vorabaktivierung der Hinterräder. Anders als bei herkömmlichen Systemen wird Drehmoment an die Hinterachse geleitet, noch bevor Schlupf an den Vorderrädern entsteht. Diese „Vorab-Scharfstellung“ sorgt dafür, dass der Fahrer sofort mit maximaler Traktion sanft und kraftvoll ohne jegliche Verzögerung beschleunigen kann.
Das Saab XWD ist auf optimale Fahrstabilität programmiert, indem es mit der idealen Drehmomentverteilung dem Über- oder Untersteuern entgegenwirkt. So können beispielsweise beim scharfen Herausbeschleunigen aus Kurven bis nahezu 100 Prozent des Drehmoments an die Hinterräder übertragen werden. Bei Autobahnfahrten dagegen werden im Normalfall nur fünf bis zehn Prozent der Zugkraft an die Hinterräder abgegeben. Dies sorgt zum einen für eine höhere Fahrstabilität und hilft zum anderen, Kraftstoff zu sparen. Zudem erlaubt die ausgewogene Drehmoment-Verteilung einen höheren Schwellenwert für den ESP-Eingriff an Drosselklappe und Bremsen. Mehr Spielraum und damit mehr Fahrspaß für den aktiven, sportlich orientierten Fahrer sind das Resultat.
Highlight des Allradantriebs Saab XWD ist das aktive elektronische Sperrdifferenzial eLSD (electronically-controlled Limited Slip Differential). Das eLSD kann bis zu 80 Prozent des maximalen Drehmoments der Hinterachse an das Rad mit der höheren Traktion liefern. So erlaubt das Sperrdifferenzial dem Fahrer mehr Kontrolle bei schneller Kurvenfahrt oder anderen Fahrmanövern mit plötzlichem Lastwechsel, wie zum Beispiel einem Ausweichmanöver oder einem abrupten Spurwechsel. Die blitzschnelle Steigerung oder Verringerung des Drehmoments an einem der Hinterräder lässt das Fahrzeugheck genau der Richtung der Vorderräder folgen.
Das System wird von einer eigenen elektronischen Kontrolleinheit gesteuert, die mit den Steuergeräten von Motor, Getriebe sowie ABS und ESP vernetzt arbeitet. Dieses „Gehirn“ des Allradantriebs erhält von mehr als 20 Sensoren 100 Signale pro Sekunde, ABS und ESP eingeschlossen, die das XWD mit Informationen über Geschwindigkeit, Radrotation, Querbeschleunigung, Drosselklappenstellung, Gierrate und Lenkwinkel versorgen.
Die Hardware des Saab XWD-Systems besteht aus der Power Take-off Unit (PTU) im vorderen Achsantrieb, die einen Teil des Motordrehmoments über eine Kardanwelle an das Rear Drive Module (RDM) im Fahrzeugheck leitet. Dort sorgen das Torque Transfer Device (TTD) sowie das optionale elektronische Sperrdifferenzial eLSD für die Drehmomentverteilung zwischen den beiden Achsen (TTD), bzw. zwischen den Hinterrädern (eLSD). Die beiden Systeme arbeiten mit Mehrscheiben-Nasskupplungen von Haldex.
Mit dem Dreh am Zündschlüssel wird die Drehmomentverteilung TTD aktiviert, sobald der Fahrer einen Gang einlegt. Dadurch schaltet sich via RDM der Hinterradantrieb noch vor dem Anfahren zu. Während der Fahrt wird das Drehmoment des Motors fortwährend stufenlos zwischen den Achsen verteilt. Über ein Ventil des TTD wird dazu, je nach Bedarf, der hy-draulische Druck auf die Scheiben der Nasskupplung verstärkt oder reduziert, um den Hinterradantrieb zuzuschalten. Nach demselben Prinzip arbeitet das neben dem RDM gelagerte eLSD, um das Drehmoment entsprechend zwischen den Hinterrädern zu verteilen. (we)
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