Vorstellung Dodge Nitro

Dodge Nitro. Foto: 4x4news/auto-reporter/dodge

Vorstellung Dodge Nitro: Harte Schale, weicher Kern

Kleider machen Leute, Autos auch. Eines der Autos, die sich dazu besonders eignen ist der Dodge Nitro, ein Sport Utility Vehicle (SUV) mittlerer Größe. Keiner hat eine mächtigere Motorhaube in diesem Segment, kaum einer hat die Vorderachse weiter vorn platziert und keiner der Wettbewerber wie der Opel Antara oder der Hyundai Santa Fe hat eine aggressivere Gestaltung zu bieten.

Die Schnauze wird den Freund der Boxerhunde an seinen Liebling erinnern: so breit wie hoch, mit großen Augen und wegen der Frontschürze vor der Vorderachse auch mit dem typischen Überbiss. Den sollte man beim Rangieren nicht vergessen, denn die klare Kante der Motorhaube vorn signalisiert das vordere Ende ein bisschen zu früh. Dafür ist dank der fast senkrecht abfallenden Heckklappe hinten alles klar.

Auf 4,58 Metern Länge bietet der Fünfsitzer eine Menge Platz für Passagiere und Gepäck. Die hohe Sitzposition und die große Innenraumhöhe vermitteln die Souveränität und das Gefühl von Großzügigkeit, die den SUV so viele Freunde beschert haben. Der Kofferraum fasst 369 Liter und lässt sich bis auf fast 2000 Liter vergrößern. Die Sitze der Rücksitzbank lassen sich im Verhältnis 60:40 umlegen, auch der Beifahrersitz kann umgeklappt werden, so dass auch lange Ladungen Platz finden. Die Zuladung des Zweitonners liegt – je nach Motor uns Ausstattung – bei gut 500 Kilogramm. Ziehen darf der Nitro Anhänger mit maximal mit den beiden Benzinmotoren und dem Diesel mit Automatik 3500 Gesamtgewicht. Der Diesel mit dem Sechs-Gang-Handschalter bringt es nur auf 2000 Kilogramm maximale Anhängelast. Das reicht dann nur noch für ein Pferd im Anhänger.

Zu Recht vermutet Dodge, dass der Vierzylinder-Diesel mit 2,8 Litern Hubraum in Deutschland den Löwenanteil der Verkäufe stellen wird. Er leistet 191 kW (260 PS) und stellt dem Antrieb maximal 360 Newtonmeter (Nm) Drehmoment zur Verfügung. Das beschleunigt den Nitro mit seiner Vier-Gang-Automatik in 11,5 Sekunden auf 100 km/h. Der von Hand geschaltete Nitro braucht eine Sekunde weniger. Beide erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von rund 200 km/h. Der Automatik-Nitro soll im Durchschnitt 9,4 Liter Diesel auf 100 km verbrauchen, was einem CO2-Ausstoß von 250 Gramm pro Kilometer entspricht. Bei unseren ersten Testfahrten in den Bergen Andalusiens lagen wir von diesem Wert nicht weit entfernt. Wir benötigten 10,4 Liter auf 100 km.

Die beiden V6-Benziner (3,7 Liter Hubraum, 151 kW / 205 PS), 314 Nm und 4,0 Liter Hubraum, 191 kW / 260 PS, 360 Nm) brauchen natürlich mehr, nämlich im Schnitt 11,3 Liter bzw. 12,1 Liter. Dafür erreichen sie natürlich bessere Fahrleistungen. Die Spitze im Nitro-Programm stellt der Vier-Liter-Motor dar, der in 8,5 Sekunden die 100-km/h-Marke überfährt und knapp über 200 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht.

Natürlich hat auch dieses SUV Fähigkeiten im Gelände aufzuweisen. Bodenfreiheit und Böschungswinkel passen. Doch im Normalbetrieb wird der Nitro über die Hinterachse angetrieben, dabei ist der Allradantrieb aber jederzeit manuell zuschaltbar. Damit ist klar, dass der Nitro eher für die Straße als für den Steinbruch komzipiert wurde.

Wir fuhren den Diesel mit der Automatik, bei dem sich der subjektive Eindruck deutlich von den Messwerten unterscheidet. Er fühlt sich behäbiger an als die 11,5 Sekunden von null auf 100 km/h erwarten lassen. Daran tragen aber auch die recht indirekte Lenkung mit ihrer nicht gerade präzisen Arbeitsweise sowie die weiche Federung mit kaum gebremster Wankneigung in Kurven ein gerüttelt Maß bei.

Foto:4x4news/autoreporter

Foto:4x4news/autoreporter

Der Nitro legt seinem Fahrer also eine ruhige Fahrweise nahe, was durch die recht kleinen Sitze mit kurzer Rücklehne, harter Polsterung und wenig Seitenhalt noch unterstützt wird. In dieser Beziehung ist der Nitro eben doch dichter an den Geländewagen alter Prägung als sein Äußeres nahelegt. Auch die Innenraumgestaltung mit viel Hartplastik passt dazu. Hier herrscht nicht Eleganz, sondern Zweckmäßigkeit vor, die man mit gutem Willen auch als sportliche Optik verstehen kann. Wie bei Dodge üblich herrscht an Staumöglichkeiten auch für Kleinkram und Getränke kein Mangel. Und auch bei den Infotainementsystemen befindet man sich auf der Höhe der Zeit. Das ist Langstreckenkomfort der modernen Art.

Den Nitro bietet Dodge in Deutschland in drei Ausstattungsvarianten an. Als SE, SXT und als R/T. Schon die Basisversion bekommt für den deutschen Markt eine umfangreiche Zusatzausstattung verpasst. Auch bei den Systemen für die aktive und passive Sicherheit fehlt nichts. Den Nitro SE mit Fünf-Gang-Getriebe und den 2,8 Liter CRD kostet 26 890 Euro, der billigste Nitro mit Allradantrieb 28 390 Euro. Für das Spitzenmodell RT mit Dieselmotor und Automatik sind 35 590 Euro fällig, der große Benziner kostet 38 990 Euro. Die Preise werden dem Nitro beim Einstieg in den deutschen Markt sicher helfen. Den Rest wird sein Design besorgen, mit dem sich der Nitro nun wirklich aus dem mittlerweile umfangreichen Angebot der kompakten und mittleren SUV hervorhebt. (4x4news/autoreporter)(ar/Sm)

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